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Desinfektion in Höchstgeschwindigkeit Ein Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne

Am Anfang der Corona-Pandemie brach das Kreuzfahrtschiff Diamond Princess zu einer Asienkreuzfahrt anlässlich des Chinesischen Neujahrsfestes auf. Bereits wenige Tage später wurden die ersten Infektionen mit dem COVID-19-Erreger festgestellt und das Schiff musste unter Quarantäne gestellt werden. BELFOR desinfizierte das Schiff sicher und sorgfältig innerhalb 16 anstelle der zuvor kalkulierten 30 Tagen.

Von der Neujahrsfeier in die Quarantäne

Aufgrund der Corona-Pandemie ist im Jahr 2020 vieles anders gelaufen, als es eigentlich geplant war. Nicht anders erging es den Passagieren der Diamond Princess, die am 20. Januar zu einer Asienkreuzfahrt aufbrachen, um das chinesische Neujahr zu feiern.

Fünf Tage nach dem Ablegen in Yokohama erreichte das Kreuzfahrtschiff die chinesische Großstadt Hongkong, wo ein Mann mit grippeähnlichen Symptomen das Schiff verlies. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, was dies für Folgen haben würde. Die Diamond Princess setzte ihre Fahrt unbeirrt fort und passierte die Anlegestationen Vietnam, Taiwan und Okinawa. Am 1. Februar – sieben Tage nach Verlassen des Schiffes – wurde das Unternehmen über einen folgenschweren Vorfall informiert: Der ehemalige Passagier wurde positiv auf COVID-19 getestet. Noch am selben Tag wurde das Schiff von den japanischen Behörden unter Quarantäne gestellt, dennoch durfte die Fahrt in den Heimathafen fortgesetzt werden. Bis zum Eintreffen im Heimathafen in Yokohama am 3. Februar wurden die Passagiere nicht über die Entwicklungen informiert. Die Neujahrs-Party ging ohne Einschränkungen weiter.

Nach dem Anlegen betraten die japanischen Gesundheitsbehörden das Kreuzfahrtschiff, um die restlichen Passagiere auf COVID-19 zu testen. Das Ergebnis: 10 von 30 Tests waren positiv. Daraufhin wurden das Kreuzfahrtschiff, alle Passagiere und die Besatzung – gemäß den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – 14 Tage auf dem Schiff unter Quarantäne gestellt. Keiner von ihnen durfte das Festland betreten. Mit ernsten Folgen: Als zwei Wochen später, am 29. Februar, das letzte Besatzungsmitglied das Kreuzfahrtschiff verließ, waren insgesamt 712 der 3.711 Passagiere und Besatzungsmitglieder mit dem COVID-19-Virus infiziert.

Die Daten:

Infektionsrate: 19.2% 
Tote: 14
Sterberate: Fast 2%

Die richtige Vorbereitung

Während die Passagiere noch an Bord des Schiffes waren, arbeitete BELFOR im Hintergrund bereits intensiv an einem Desinfektionskonzept. In enger Abstimmung zwischen der BELFOR Environmental Division, dem japanischen Gesundheitsamt und einem amerikanischen Unternehmen für Industriehygiene wurde ein Protokoll zur sorgfältigen und sicheren Desinfektion des Schiffes vorbereitet. Erst mit dem Verlassen des letzten Crew-Mitglieds startete BELFOR mit der eigentlichen Desinfektion.  

Desinfektion nach Plan

Die Herausforderung: die Desinfektion einer Fläche von fast 111.500 m². Das entspricht einer Fläche von etwa 15 Fußballfeldern. Oder – bei einem Kreuzfahrtschiff – 2.000 Kabinen, einem Casino, einem Theater, einer Kunstgalerie, Restaurants, einem Nachtclub und einem Fitnessbereich. Dazu wurde ursprünglich eine Arbeitszeit von 30 Tagen angesetzt. Mit einer internationalen Mannschaft aus 250 Spezialisten, die in drei Schichten rund um die Uhr arbeiteten, war es BELFOR möglich, den Auftrag bereits nach 16 Tagen erfolgreich abzuschließen.   

Im Sinne der Effizienz und Effektivität erfolgte die Desinfektion nicht horizontal pro Deck, sondern vertikal. Orientiert wurde sich hier an den Brandschutzzonen. Das bedeutet: Heizung, Belüftung sowie Klimaanlagen wurden zuerst desinfiziert, die vorhandenen Filter wurden durch neue ersetzt.
Die Kabinen wurden zunächst von Bettwäsche und anderen losen Materialien befreit. Das Gepäck der Passagiere wurde zusammengestellt. So konnte eine systematische Wischdesinfektion von oben nach unten durchgeführt werden.
Die nächsten Schritte: Reinigung und Desinfektion der Teppichböden und Hartbodenbeläge. Besondere Aufmerksamkeit galt Handkontaktflächen und hochfrequentierten Bereichen.

Die Sicherheit der Mitarbeiter während des Desinfektionsprozesses hatte höchste Priorität. Aus diesem Grund wurden sie im Vorfeld ausgiebig für ihre Aufgabe trainiert und höchste Stufen der Arbeitssicherheit wurden eingehalten.

Cruise ship

Was können Unternehmen tun, um das Risiko von Infektionen am Arbeitsplatz zu verhindern? Für sie gibt es drei Szenarien:

Szenario 1: Das Unternehmen hat keinen Verdacht auf Infektionen
Selbst dann, wenn es im Unternehmen keinen Verdacht auf eine Infektion gibt, kann es sich dennoch anbieten, die Räumlichkeiten gründlich säubern zu lassen. Insbesondere dann, wenn die Mitarbeiter noch im Homeoffice arbeiten. So reduzieren Sie eine mögliche Ansteckungsgefahr und vermeiden gleichzeitig Störungen im Arbeitsablauf.

Szenario 2: Das Unternehmen hat einen Verdacht auf Infektionen
Besteht die Möglichkeit, dass sich ein Mitarbeiter mit COVID-19 infiziert haben könnte, sollten Sie das Gebäude gründlich desinfizieren lassen denn hier besteht die Gefahr einer Kontamination. Mit einer Desinfektion der Räume und Oberflächen schützen Sie Ihre Mitarbeiter zuverlässig.


Szenario 3: Das Unternehmen hat bestätigte Infektionen
Gibt es im Unternehmen einen bestätigten Fall, so sollte ein Betriebshygieniker konsultiert werden. Dieser erarbeitet ein Hygienekonzept inklusive eines umfassenden Desinfektionsplanes. Im Falle eines bestätigten Falles sollten Sie unbedingt die Räumlichkeiten desinfizieren. Nur so können Sie sichergehen, dass sich keine weiteren Arbeitnehmer während ihrer Arbeitszeit infizieren.

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